François Villon (ca. 1431 bis ca. 1463 nach Christus)
"Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund."
Der Rauf- und Saufbold, Dieb und hochbegabte Poet, um 1431 in Paris geboren, benutzte
die vorgegebenen lyrischen Formen seiner Zeit, um vor allem die recht gekünstelten
Strophenformen der Rhétoriqueurs, zum Ausdruck seiner eigenen, in ihrer ungewohnten
Intimität ergreifenden Auseinandersetzung mit dem Leben.
Immer wieder sprach er demütig-selbstironisch von sich, mit bösem Spott von seinen
Feinden, voller Zärtlichkeit von der Mutter und geradezu fromm von der göttlichen Gnade,
die er, der sich so sehr vor dem Tod ängstigte, auf sich herabflehte.
In einer derben , oft kaltschnäuzigen Weise, meist mit unverholener Sympathie,
gestaltete er in seinen Balladen das Treiben des Gelichters in der Gosse, das er so gut
kannte, und verschmähte auch nicht den Wortschatz der Gauner und des fahrenden Volkes.
Einige dieser Balladen hat er in sein kunstvoll gereimtes Hauptwerk "Le Grand
Testament" eingebettet (1489 erschienen, 1532 Neuausgabe von C. Marot).
Villon erwarb 1452 den Magistergrad an der Universität, führte aber als Mitglied
einer Gaunerbande ein höchst unkonventionelles Leben. 1462 wurde er wegen zahlreicher
Straftaten zum Tode verurteilt, später wurde die Strafe zu zehn Jahren Verbannung aus
Paris abgeändert. Danach verlor sich seine Spur; irgendwann zwischen 1463 und 1480 ist er
gestorben.
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