Deutscher Bildschnitzer im Zeitalter der Reformation.
Veit Stoß wurde um 1447/48 in Horb am Nekkar geboren. Seine Wanderjahre in Schwaben
und am Oberrhein brachten ihn mit der Ulmer Bauhütte, Hans Multscher und Jörg Syrlin,
vor allem aber mit der über Nikolaus Gerhardt von Leyden vermittelten realistischen Kunst
der niederländischen Bildhauerei in Kontakt.
1477 siedelte er nach Krakau über, wo sein gewaltiges Hauptwerk entstand: der 16 Meter
hohe und 11 Meter breite Flügelaltar für die Marienkirche. 1496 kehrte er nach Nürnberg
zurück und schuf dort bedeutende Ausstattungsstücke für verschiedene Kirchen wie den
berühmten "Englischen Gruß" in Sankt Lorenz.
eine Urkundenfälschung brachte den Künstler 1503 ins Gefängnis; auch die bei solchen
Vergehen übliche öffentliche Brandmarkung blieb ihm nicht erspart. Er zog sich nach
Münnerstadt in Franken zurück, faßte dort den Magdalenenaltar von Riemenschneider und malte die Seitenflügel dazu.
Seine letzte große Arbeit, der "Bamberger Altar", entstand 1520-23. Hier
zeigt sich bereits deutlich die neue Raum- und Körperauffassung der Renaissance; im
Vergleich zu den spätgotischen Arbeiten des Meisters wirkt alles gemäßigter, in sich
ruhender. Generell sind die Werke des Veit Stoß voller Pathos, sein ins Detail gehender
Realismus und die Übersetzung religiöser Motive in dynamische Aktion wurden von keinem
Bildhauer seiner Zeit übertroffen.
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