Martin Schongauer (ca. 1450 bis 1491 nach Christus)
Bedeutendster Kupferstecher der deutschen Spätgotiker vor Dürer.
Schongauer wurde um 1450 in Colmar als Sohn eines Augsburger Goldschmieds, der 1445 in
Colmar das Bürgerrecht erhalten hatte, geboren. Er lernte 1466-69 bei Caspar Isenmann,
dessen Malerei sich an den Niederländern orientierte. Er regte Schongauer vermutlich zu
Reisen in die Niederlande und nach Burgund an, wo er das eindrucksvolle "Jüngste
Gericht" von Rogier van der Weyden studieren konnte.
1489 bezeichnete er sich selbst als "Bürger von Breisach"; im Münster von
Breisach hat sich ein Weltgerichtsfresko von ihm erhalten. Sein bekanntestes Gemälde ist
die "Madonna im Rosenhag" in der Kirche St. Martin zu Colmar. Schon zu Lebzeiten
war Schongauer eine Berühmtheit.
Seine überall verbreiteten Graphiken faszinierten durch die neue räumlich-plastische
Schraffurtechnik, die allein durch die Linie körperhafte Wirkungen hervorbrachte. Bis
heute fesselt die feingliedrige Schönheit und der anmutige Duktus seiner Kupferstiche und
Zeichnungen. Er starb im Jahre 1491 in Breisach.
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