Bedeutender Vertreter des deutschen Expressionismus.
Der am 7. August 1867 in Nolde geborene Maler und Graphiker Emil Hansen nannte sich
1902 nach seinem Geburtsort. Er begann mit naturidylischen Bildern im Stil der Dachauer
Schule und tonigen Interieurs, machte aber bald Bekanntschaft mit der Malerei der
französischen Impressionisten, van Gogh, Gauguin, Munch, und entwickelte daraufhin eine
heftige, leuchtende Farbmalerei mit stürmischem Pinselduktus.
1906 wurde er für kurze Zeit Mitglied der Dresdener Künstlergemeinschaft
"Brücke", die mit aufregend neuen, expressionistischen Bildern hervorgetreten
war. In diesem Zusammenhang machte Nolde auch Erfahrungen mit der Kunst der primitiven
Kulturen, deren Ursprünglichkeit und intensive Ausdrucksqualitäten seinen eigenen
Kunstabsichten entgegenkamen. 1913/14 nahm er an einer Expedition in die Südsee teil.
Nolde war ein Bauernsohn und Einzelgänger, deshalb zog es ihn immer wieder von Berlin
in seine Schleswiger Heimat zurück. Dort entstanden fast rauschhafte Landschafts-, Meer-
und Wolkenbilder voll glühender, aber auch schwermütiger Farbigkeit. Daneben schuf Nolde
Gemälde mit christlich-religiöser Thematik, deren oft schrille, dissonante Farbgebung
Vision und Überwirklichkeit ausdrücken.
Wie die "Brücke"-Künstler wurde er unter den Nationalsozialisten als
"entartet" diffamiert, seine Bilder wurden aus deutschen Museen entfernt. 1941
erhielt er Malverbot. Den in diesen Jahren heimlich gemalten Aquarellen gab er den Namen
"ungemalte Bilder".
Nolde starb am 13. April 1956 auf seinem Hof Seebüll in Nordfriesland.
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