Liebig, der am 12. Mai 1803 in Darmstadt geboren und
1845 in den
Freiherrenstand erhoben wurde, experimentierte schon als Junge gerne mit
Chemikalien; und seine schulische Laufbahn wurde jäh beendet, als er beim
Versuch, Knallpulver herzustellen, fast die Schule in die Luft jagte.
Ähnliche Gründe zwangen ihn dazu, eine Apothekerlehre abzubrechen. Er
studierte ohne Abitur an der Universität Bonn, später in Erlangen und Paris,
wo er unter Professor Gay- Lussac arbeitete. Mit 21 Jahren wurde er Professor an
der Universität Gießen, wo er bis 1852 tätig war. Er gründete das erste
chemische Laboratorium für Studenten und machte Gießen zum Zentrum chemischer
Forschung, wo Generationen von Wissenschaftlern, darunter 30 Nobelpreisträger,
studierten.
Liebig führte grundlegende Forschungen auf den verschiedensten Gebieten der
Chemie durch, so untersuchte er Benzoe- und Harnsäure, fand neue Stoffe wie
Chloroform und Chloral, führte den Fleischextrakt ein, verbesserte ferner die
Elementaranalyse und beschäftigte sich vor allem mit der Ernährung von
Pflanzen und Tieren sowie der künstlichen Düngung, wodurch die
landwirtschaftliche Produktion erheblich gesteigert werden konnte.
1852 ging er nach München, wo er 1860 Präsident der Bayerischen Akademie
der Wissenschaften und Generalkonservator der wissenschaftlichen Sammlungen des
Bayrischen Staates wurde. Liebig starb am 18. April 1873 in München.
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